Natur erleben

Die Republik Komi ist ein Paradies für die Touristen, die nicht nur von den Naturschönheiten begeistert sind, sondern auch den besonders rücksichtsvollen Umgang mit der Natur zum Ziel haben, sie möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben. Die Republik präsentiert sich den Ökotouristen mit ihren Taiga-Urwäldern, Artenreichtum in Tier- und Pflanzenwelt, alpinen Landschaften des Urals und bizarren Naturdenkmälern aus Stein: Wohin auch das Auge reicht – Natur pur.

Zu den Zentren des Ökotourismus gehören der Nationalpark „Jugyd Wa“ und das Biosphärenreservat „Petschora-Ilytsch“ – die größte geschlossene Urwaldfläche Europas, die 1995 als Komi-Urwälder in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen wurde. Die bedeutenden Aufgaben des Naturschutzgebietes ist das Erhalten der seltenen Ökosysteme und Forschung, was nicht ausschließt, dass auch Touristen dieses Naturwunder entdecken können. Über Jahrhunderte formten der natürliche Reichtum und die besonderen klimatischen Bedingungen ein unverwechselbares Landschaftsbild, das Naturfreunde aus In- und Ausland mit herrlichen Aussichten belohnen kann.

ImJugyd Wa sind geführte Trekking-Touren, Paddeln und Bergsteigen besonders entwickelt. Zu den Touristenmagneten gehören die Flüsse Koshim, Kossju, Podtscherem, Schtschugor und Berge Manaraga, Narodnaja, Sabelrücken.

Eine besondere Art des Tourismus sind ökologische Erholungslager und Expeditionen für Schüler und Studenten, wo sie umweltbewusst ausgebildet werden, einzigartige Naturobjekte für sich entdecken, das Kulturgut der Rentierzüchter kennen lernen und freiwillig arbeiten.

Die Anhänger des Ethnotourismus kommen hier auch nicht zu kurz. Die Region ist durch heilige Stellen der Uralvölker bekannt. Dazu gehören z.B. heilige Steine, auf welchen die Rentierzüchter noch heute etwas für ihre Götter und Geister liegen lassen: Männer – Hammer, Frauen – Haushaltsgegenstände, Kinder – Spielzeug. Der Berg Telposs-Is (die höchste Spitze des Nordurals) war seit den uralten Zeiten der heilige Berg der Nomaden. Die Nenzen und die Mansen nannten ihn „Frauenidol“, die Komi – „Nest der Winde“. Nach einem alten Glauben haust hier Woipel – Gott des Windes und der Kälte. Er mag keinen Lärm, deshalb versuchen die Rentierzüchter ihre Rentierschlitten besonders still zu führen, wenn sie am Berg vorbei fahren.

In der Tiefe der Taiga im Oberlauf der Petschora findet man Fischer- und Jägerdörfer der Altgläubigen, die von der Christianisierung des Volkes Komi und später von den Bolschewiken flüchteten. Sie wurden verfolgt und bauten ihre Bethäuser weit in der undurchsichtigen Wildnis. Man sagt auch, dass sich in Baumhöhlungen des Urwaldes und in Höhlen des Urals bis heute geheimnisvolle Verstecke mit den „Schätzen“ der Altgläubigen lagern. Geld, Haushaltsgeräte, Fischernetze und Bücher wurden in Zederstämme gelegt und mit Wachs verklebt. Die alten Dörfer der Altgläubigen werden wiederaufgebaut. Im ehemaligen Dorf Orlowka an dem Fluss Podtscherje gibt es eine touristische Herberge für die Wanderfreudigen. Sie können hier rasten und sich mit der Geschichte und Lebensweise der Altgläubigen bekannt machen.

Das Biosphärenreservat Petschora-Ilytsch bietet den Touristen nicht so viele Attraktionen an, denn der größte Teil des Gebietes ist dem Zutritt verwehrt. Die borealen Wälder werden wissenschaftlich erforscht mit dem Ziel, ihre biologische und genetische Vielfalt zu bewahren. Aber nicht nur die Flora und Fauna überraschen mit ihrer Vielfalt. Das Gebiet ist reich an Naturdenkmälern mit unter Naturschutz stehenden Landschaftselementen. Besonders interessant sind die bizarren Felsformationen – Folgen der tausendjährigen Verwitterung. Eines der bekanntesten Naturwunder dieser Art ist die Felsgruppe auf dem Plateau Man‘-Pupu-Njor, die seit 2008 zu den „Sieben Wundern Russlands“ gehört. Die Form eines anderen Felsens, der sich an dem Fluss Ilytsch erhebt, ähnelt dem Minarett einer Moschee und heißt deshalb „Tataren-Kirche“ (Tatarskoje Witschko). Inmitten der Taiga gibt es eine Stadt aus Stein. Die Spitze des Bergrückens Torre-Porre-Is erinnert an eine menschenleere, vergessene Stadt mit steinernen Straßen und Häusern, Türmen und Wallanlagen. Wer durch diese Stadt bummelt, begibt sich in die geheimnisvolle Welt der heidnischen Mythen und Sagen.

Eine der besonderen Attraktionen des Naturparks ist der Besuch der Elchfarm, die 1969 gegründet wurde. Der König der Taiga wird hier domestiziert. Die Tiere haben sich den rauen nördlichen Bedingungen der Taigazonen recht gut angepasst.

Im Naturschutzgebiet gibt es vier geführte Wander-Routen mit ökologischen Inhalten. Die Naturfreunde, darunter auch Schüler, Studenten und Forstwissenschaftler, werden mit Geologie und Pflanzenwelt der Taiga bekannt gemacht.

Ökologische Wander- und Trekkingtouren gibt es auch in anderen Teilen der Republik. Im Landschaftsschutzgebiet von Madsha werden im Winter Schiausflüge veranstaltet, und die Naturfreunde können die Schönheit der winterlichen Taiga genießen. Mit ein bisschen Glück begegnet man in der Wildnis solchen Taiga-Bewohnern wie Elch, Hirsch, Auerhahn oder Birkhahn.

“Bei den Bibern zu Gast” – so heißt die siebentägige Baidarka-Tour auf der Kleinen Wisinga. Die Biber fühlen sich hier ungestört. Die Naturfreunde können beobachten, wie sie ihre Wasserburgen bauen.

Im hohen Norden der Republik (in der Umgebung von Workuta) ist die Wanderroute „Landschaften der Tundra“ besonders populär. Die im Juni in allen Farben blühende Tundra wirkt auf ihre Besucher faszinierend.

Der Ussinsker Sumpf Uswa-Njur, einer der größten in Europa, bietet vielfältige Möglichkeiten sein eigenartiges Ökosystem zu entdecken. Eine andere Tour „Blick in die Tundra“ macht die Naturfreunde mit der Flora und Fauna dieser Landschaft bekannt. Im Frühling beobachtet man, wie die Zugvögel in ihre blühende Heimat zurückkehren, im Sommer sammelt man Moltebeeren und schaut dem Tanz der Kampfhähne zu.

Mit einem Wort, wer die abwechslungsreichen Landschaften der Republik durchwandert hat, wird begeistert zurückkehren mit dem Eindruck, ein einzigartiges Naturwunder in Augenschein genommen zu haben.

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