Das Fest der Rentierzüchter

Haben Sie einmal am Fest der Rentierzüchter teilgenommen? Das ist ein unvergessliches Erlebnis!

Foto: Natalja Tarantina (Inta)

Das Land liegt noch tief unter dem blendenden blauweißen Schnee, wenn die Rentierzüchter ihr Fest feiern. Die Feierzeit bestimmen die ältesten Urbewohner der Tundra. Sie spüren als erste, wie die Sonne Kraft gewinnt und schließlich über den weiten Horizont steigt.

Als ihre Vorväter noch in mit Rentierfell bezogenen Nomadenzelten gelebt haben, war es Brauch gewesen, um diese Zeit an den Tag und Nacht brennenden Feuern zu sitzen, ihr Leben und ihre Zukunft zu besprechen, zu debattieren, wo die besten Weiden für Rentiere liegen und wo Polarfuchs, Zobel und Eichhorn hausen. Die Feier war immer mit Wettkämpfen verbunden. Die Ältesten der Stämme bestimmten ihre Nachfolger und die Jungen wählten sich eine Ehefrau. Dann zogen sie in die weite Tundra. Erst im Herbst traf man sich wieder, gerade zum „Fest des jungen Rentiers“.

Vieles hat sich mit der Zeit im Leben der Tundra-Rentierzüchter verändert. Sie sind sesshaft geworden, wohnen in Häusern aus Stein und weiden Herden von Zehntausenden Rentieren. Sie pflegen ihre Traditionen, die die Liebe zu ihrer rauen Heimat vermitteln und über Generationen hinaus fortbestehen.

Heutzutage wird die Rentierzucht in vier Regionen der Republik betrieben – in Inta, Workuta, Ishma und Ussinsk. Von der Bedeutung des Rentiers für die nördlichen Komi spricht die Tatsache, dass dieses Tier auf dem Wappen der Städte Workuta und Inta dargestellt ist. Auch das Dorf Ishma hat es als Wappentier.

Das Wappen von Inta:

Das Wappen von Workuta:

Das Wappen von Ishma:

In jeder Region gibt es Besonderheiten der festlichen Ritualien. Doch einige Bräuche sind gleich.

Das Fest findet gewöhnlich Ende März statt. Zuerst messen die jungen Rentierzüchter mit entblößten Oberkörpern ihre Kräfte. Das geschieht oft bei minus 30 Grad. Die Körper der Ringer dampfen und sind am Ende des Kampfes mit Reif bedeckt. Dann kommt der Wettlauf mit dem Stab (komi: Chorej). Die besten beweisen ihre Fähigkeiten, geschmeidig und lautlos über die Piste zu „fliegen“ und ihre Treffsicherheit beim Werfen des aus Lederstreifen geflochtenen Lassos (komi: Tynsej) auf das schnell laufende Rentier. Und der Höhepunkt des Festes ist das Rennen mit Rentiergespannen. Die Schlittenlenker haben prachtvolle bunte Nationalkleider an.

Foto: Natalja Tarantina (Inta)

Nach der Feierveranstaltung wird reichlich gegessen. Jeder Gast ist an der Tafel willkommen. Die Speisen der Rentierzüchter werden Sie sonst nirgendwo kosten: Das sind Stroganina aus Rentierfleisch, dünne Fischstäbchen, die im Mund auftauen, Mark und Hirn des Rentiers, gefrorene Leberscheibchen, Bärenfleisch und zarte Rentierzunge.

(bearbeitet nach T.R. Schwitai)

In diesem Artikel werden die folgenden Regionen der Republik Komi präsentiert:

Clipart Rentier: http://www.lenagold.ru

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