Die ersten Tage des neuen Jahres

Der erste Tag des neuen Jahres war herrlich! Wir schauten zum Fenster hinaus und beobachteten eine ungewöhnliche Naturerscheinungen. Es hat Gold geschneit!

Im dunstigen Himmel bahnte sich die Sonne den Weg. Der Schnee schimmerte in ihren Sonnenstrahlen. Er war märchenhaft schön!

Das Bild erinnerte mich an den Sommer, das Meer und ich dachte, dass wir dieses Jahr sicher auf die Krim ans Schwarze Meer fahren.

Wir wollten diesen Tag in der frischen Luft verbringen, die Sonne genieβen, im Schnee toben und Würstchen auf dem Feuer grillen. Wir wollten einen erholsamen Tag erleben nach den turbulenten Vorbereitungen auf das Neujahr.

So machten wir uns auf den Weg, der uns jenseits des Flusses führte. Das Haus meiner Schwiegereltern steht nicht weit vom Fluss und wir brauchten nur einpaar Minuten, um den Wald zu erreichen.

Das dauerte aber etwas länger, weil wir unterwegs das unberührte Schneefeld bewältigen mussten. Von Zeit zu Zeit legte ich mich auf den Schnee, um Fotos zu machen – vereinsamte, gefrorene Gräser. Einfach fabelhaft!

Endlich waren wir am Fluss und jetzt – nur Mut – mussten wir auf dem Eis gehen. Ich – ein Angsthase – jammerte den ganzen Weg. Noch dazu zeigte sich Wasser unter dem Schnee. Doch der Eis war dick genug und so gelangten wir auf den anderen Ufer des Flusses. Wir sind in ein Märchen geraten. Verschneite Tannen begrüβten uns, denn wir waren die ersten Besucher im neuen Jahr.

Wir fanden einen schönen Platz unter den Bäumen und mein Mann machte Feuer. Bald aβen wir gegrillte Würstchen und tranken aromatischen Kräutertee aus der Thermosflasche. Nichts könnte einem Stadtbewohner erwünschter sein!

Wir kehrten nach Hause zurück, als die Sonne die Tannenspitzen scharlachrot zu färben begann. Ein phantastisches Bild!

Zu Hause war schon die Banja geheizt und wir hatten heiβes Banjabaden. Mein Mann schlug mich mit einem Bündel von eingeweichten Birkenzweigen ab, danach rieb ich mich mit dem Schnee ab und mein Mann sprang nackt in den Schnee, brrrr! So mutig bin ich noch nicht.

Ja, wir haben diesen Tag toll verbracht! Die anderen Tage im Dorf standen diesem sonnigen Tag an Sich-ruhig-und-geborgen-Fühlen weit weg zurück. Ich deutete es als ein gutes Zeichen für das kommende Jahr)

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Eine Antwort zu “Die ersten Tage des neuen Jahres

  1. Eine unglaubliche schöne Geschichte in 10 Bildern, liebe Ludmilla!

    Ein goldenes Wintermärchen. Wenn wir in Zürich, 4039 Kilometer entfernt von Syktywkar, und vermutlich nochmals einige hundert Kilometer mehr entfernt vom Dorf der Schwiegereltern, den Wetterbericht zu Syktywkar anschaun, dann sticht uns ins Auge die Kälte, die Minuswerte, die uns schon beim Lesen erschaudern lassen. — Dass die Wirklichkeit dann dennoch so „warm“ sein kann, zeigt uns Dein Blogg. Ganz besonders schön auch das Bild im Wald von Euch beiden, dem Feuer, seinen Ästen, den Baumstämmen und dem Schnee!

    Herzlich, Konstantin

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