Monatsarchiv: November 2014

Ust-Zilma. An der Petschora brennen Familienfeuer

In der Nacht zum 12.Juli, an dem die Gorka geführt wird, versammelt sich das ganze Dorf am Ufer der Flusses und jede Familie (bzw.Familienstamm) zündet das Gedenkfeuer an.

Ustziljoma aus der ganzen Welt strömen in ihre Heimat immer wegen des Brauchs ihrer gestorbenen Verwandten zu gedenken. Das Ufer verwandelt sich in den Schauplatz der menschlichen Gefühlen, Emotionen und des allgemeinen Brauchrausches.

Auf dem Ufer wird dunstig von hunderten Feuerstellen. Praktisch alle Häuser in Ust-Zilma sind zu dieser Zeit leer. Alle Menschen schließen sich der Tradition an, die jahrhundertealt ist. Sie heißt die Petrowschtschina (Petrusfeier).

Am Fest wird das rituelle Essen zubereitet. Jede Familie organisiert sich den Feuerplatz, auch Tische und Stühle müssen nicht fehlen, weil es bis spät in die Nacht hinein gefeiert wird.

Es wird gegessen und gesungen. Aber ohne ein Gläschen Vodka (und noch ein und dann mehr … und mehr…) geht es nicht. Und dann ist das ganze Dorf eine große Verwandschaft, und es wird nicht mehr so festlich und vertraulich, wie vor einer Stunde (nun das ist meine Meinung).

Die rituelle Mahlzeit besteht immer aus Hirsebrei, einige sagen, dass auch die Fischsuppe tradtionell ist. (Mehr zum Brauch) Heutzutage kommt auch Schaschlyk auf den Tisch, weil die Familien ziemlich groß sind und auch jeder Bekannte willkommen ist.

Jedes Jahr findet das große Motorbootrennen vor der Petrusfeier statt. Das ist eine richtige Attraktion. An diesem Tag war es sehr kalt. Nach dieser Veranstaltung fand ich sehr gemütlich sich am Feuer zu wärmen (mit einem Gläschen… schwarzen Tee).

Ich war mit der Familie meiner Gastgeberin.

Alles hat auf mich einen großen Eindruck gemacht – besonders das Ausmaß der Freude und guter Laune. Der Brei schmeckte vorzüglich. Schaschlyk auch – das war mein Beitrag in die Familienmahlzeit. Meine Kleidung roch aber schrecklich, die Fotokamera war überfüllt und mein Kopf drehte sich von den Ereignissen des Tages Karussel.

Als der Grad der Betrunkenheit schon ziemlich überschritten war und das Ufer durch und durch verraucht, begaben wir uns nach Hause. Es war nicht mehr so interessant. Noch ein Blick auf die nächtliche Petschora.

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