Monatsarchiv: Juli 2016

Der russische Tee schmeckt gesund

omMZ2oOAZ1oDas Foto von Galina Popova

Das schmalblättrige Weidenröschen heißt er auf Deutsch und auf Russisch der Ivan-Tee (Ivan-Tschai). Seine Herstellung hat in Russland eine sehr alte Tradition. Das aromatische Getränk wurde von unseren Vorfahren bevorzugt, bevor der schwarze Tee aus fernen Ländern eingeführt wurde. Die Russen kannten nicht nur sein einzigartiges Aroma, sondern auch seine Heilwirkung. Ein kleines Örtchen Koporje (nahe von Sankt Petersburg) gab dem Tee seinen Namen – der Koporskiy Tee. Insgesamt hat die Pflanze in Russland mehr als 60 Namen, doch mehr bekannt sind die Namen Ivan-Tee und Kiprej.

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Der Ivan-Tee ist im Norden überall zu treffen. Im Monat Juni kleiden sich die Weiden in Lila und man hört lautes Summen von Bienen. In der Republik Komi heißt es – der Sommer ist da! Schmalblättriges Weidenröschen ist seine Visitenkarte.

uDKC3ZBtHyADas Foto von Wladimir Malzev – Ist das Bild nicht der Lünebruger Heide ähnlich? 

Von Vorkuta und der Tundra, über die Taiga bis zu Feldern der südlichen Gebiete steht der Ivan-Tee kerzengerade und verleiht der rauen nördlichen Natur einen besonderen Reiz.

fED_EE0bSxgEin schönes Foto von Wlad Plotnizkiy – Ivan-Tee bei Vorkuta in der Tundra

Ich bin in Inta aufgewachsen. Diese Stadt liegt etwas südlicher des Polarkreises. Auch ich habe diese Pflanze in meinen Kindheitserinnerungen. Aber damals  hatte ich sie immer mit der Kälte assoziiert und es bedeutete für mich – ich fahre zur Oma in die Ukraine.

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Die Komi haben viele traditionelle Getränke, doch der Ivan-Tee gehört eher zu der russischen Kultur. Da es heutzutage eine Mode ist, die alten Traditionen neu aufleben zu lassen und eine gesunde Lebensweise zu führen, schenkt man dem Ivan-Tee eine größere Aufmerksamkeit. Er enthält kein Coffein und ist deshalb viel gesünder als der klassische schwarze Tee. Wir haben uns auch von dieser Mode anstecken gelassen und nun trinken wir an machen Winterabenden aromatischen Ivan-Tee.

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In diesem Jahr ist es schon das zweite Mal, wenn wir den Tee selbst beschaffen. Mein Mann kennt sich in chinesischen Teesorten gut, weil er Chigong-Gymnastik macht. Nach den Übungen trinkt man in seiner Gruppe chinesischen Tee und veranstaltet die ganzen Teezeremonien.

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Also suchen wir uns Felder aus, weit von der Stadt, wo die Luft frisch und die Natur meist unberührt ist und sammeln große Bündel von der Pflanze. Solche Blumensträuße sehen großartig aus. Zu Hause werden die Blätter und die Blumen abgerissen.

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Die Blätter werden etwa 12 Stunden fermentiert und unter den Druck gestellt und dann im Ofen getrocknet. Der Tee ist zubereitet! Blumen werden dann einfach getrocknet und je nach Geschmack mit dem Tee gemischt.

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Manchmal zieht mein Mann die Blätter zuerst durch den Fleischwolf und man bekommt schwarzen Tee. Zum grünen Tee werden die Blätter ganz getrocknet.

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Der aufgebrühte Tee riecht nach Honig. Im Zimmer verbreitet sich feiner Blumenduft und es wird sehr gemütlich. Wenn wir Gäste haben, so wird ihnen immer der Ivan-Tee angeboten auch mit Mischungen aus getrockneten Himbeeren oder Minzenblättern.

In diesem Sommer war die Blütezeit von dieser Pflanze sehr prächtig. Die Fotos zeigen diese Pracht. Und hier ist ein herrliches Bild von Ksenija Ossipova.

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Norden. Die Farbe Lila.

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Geburtstag am Fluss

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Die Geschichte begann im Jahre 2010, als wir mit unseren Freunden die erste Paddeltour auf der Lusa gemacht haben. Die Lusa ist ein Fluss, der im Süden der Republik Komi fließt und in die Norddwina mündet. Seit diesem Jahr „bewältigen“ wir kurze Strecken und erkunden die Natur. In 6 Jahren haben wir etwa 30km gemacht.

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Oben ist unser erstes Foto))) Das war ein Abenteuer! Es hat gut begonnen, aber das Wetter machte unsere Pläne kaputt. In ein paar Stunden goss es wie in Strömen. Im nächsten Jahr gab es auch einige Umstände – ich war schwanger (8 Monate – O, Gott!), aber das störte mich nicht, ich fühlte mich super.

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Das Wetter war wunderbar und wir machten Raststationen mit Brei, Tee und Baden.

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Die Lusa ist ein sehr malerischer Fluss. Mit jedem Kilometer ändert sich ihr Gesicht und sie wird schöner und schöner. Es gibt Untiefen, wo man gut angeln kann – Barsch oder Hecht – schmecken immer lecker, wenn man dann auf dem Feuer Ucha (Fischsuppe) zubereitet.

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Es gibt aber lange Sandstrände, wo man ein Zelt aufschlagen kann, Feuer macht und badet.Und wir hatten soclch eine Möglichkeit und übernachteten in einem Zelt. Die Nacht war still, kein Laut, nur das Summen der Mücken.

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In diesem Jahr habe ich beschlossen, auf einer Paddeltour meinen Geburtstag zu feiern. Wie immer wartete ich auf diesen Tag, denn er versprach frische Luft und 7km Abenteuer. Einerseits gibt es nichts Gefährliches – der Fluss ist still. Aber andererseits muss man immer auf der Hut sein – wilde Tiere sind in der letzten Zeit sehr nah zu den Siedlungen zu sehen. Am Flussweg trifft man sonst keine Seele – eine Landschaft, wo nur die Natur pur herrscht. Manchmal aber versteht man, dass irgendwo in der Nähe eine Siedlung ist. Wie? Auf dem nächsten Foto ist es zu sehen)))

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 Also wir brachen aus und alle waren bester Laune. Bald hatten wir ein paar Barsche und rechneten mit einer Fischsuppe.

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Doch unsere erste Mahlzeit war Brei aus Buschweizengrütze mit hausgemachtem Dosenfleisch. Sehr aromatisch und schmeckt in der frischer Luft!

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Nach der Rast setzten wir unsere Fahrt fort. Und schon fielen die ersten Regentropfen. Und dann regnete es noch stärker, bis wir pudelnass wurden((. Die Paddeltour war zu Ende. Aber sie hat doch Spass gemacht, denn wir geben niemals auf. Unser nächstes Ziel  – 30 km!

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