In Syktyvkar wird ethno getragen

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Nicht jeden Tag natürlich, aber es wäre schön! Am 25.März fand in Syktyvkar das erste Festival der nationlen und ethnischen Mode statt. Das war ein richtiges Performance – farbenprächtig, phantasievoll, traditionsgebunden und auch mystisch.

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So eine Modenschau hat unsere Republik noch nicht erlebt. Insgesamt 40 Disigner aus verschiedenen Rayons der Republik zeigten hier ihr künstlerisches Können. Natürlich konnte ich dieses Event auf keinen Fall verpassen. Die Kollektionen wurden in vier Gruppen nominiert: „Die nationale Tracht“, „Art-Folk“, „Szenenkostüm“, „Die Werkstatt der Zukunft“ und „Öko-Mode“.

Die nationale Tracht war wie immer ganz schlicht, naiv, aber auch festlich. Diese Kleider haben die Vorfahren von Komi getragen im Fest und im Alltag.

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Mich hat die Ishmaer Tracht besonders beeindruckt. Die Kollektion zeigte vier Perioden im Leben der Frau – das Mädchen, die Braut, die junge Ehefrau und die Ehefrau mit Erfahrung. Wie säftig schimmerte der Stoff und wie stolz wurden die Trachten getragen!

SONY DSCFoto: Das Mädchen

SONY DSCFoto: Die Braut

Und nun die ganze Kollektion. Es gibt ein Detail, dass alle vier Trachten verbindet – das ist der Gürtel. Er gilt für die Komi als Schutzamulett. Früher verlieβ man das Haus immer gegürtelt. Das schützte die Person von bösen Augen und bösen Geistern. Heute wird der Gürtel zu einem Kunststück und jede Region der Komi hat ihren eigenen Muster.

wx1080Fotograf Alissa Koslova (die Zeitung „Komsomolskaja Pravda – Komi“   http://www.komi.kp.ru/daily/26655.7/3679064/

Besonders spektakulär waren die Kollektionen in der Nominierung „Szenenkostüm“. Hier wurde der Phantasie ein freier Bahn gelassen. 

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Der Sieger in der Nominierung war die Kollektion „Die Vögel des Nordens“ (Fotos unten). Die Elemente der Kostüme stellten Eulen dar. Die Disignerin Olga Selivanova sagte, dass sie sich die Eule so vorstellt – graziös und farbenprächtig.

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Zu meinen Favoriten gehört die Kollektion „Lebkuchenhaus“. Sie ist mit Stimmung!

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In der Nominierung „Art-Folk“ konnte man verschiedene mythologische Motive beobachten.

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Diese Modelle zeigen zwei wichtigste Naturgeister der Komi – den Wersa (Waldgeist) und den Wassa (Wassergeist). In Kostümen findet man Elemente, die für diese Gestalten typisch sind. Auf dem Bild unten sieht man einen Fisch, und zwar, den Hecht, der auch eine besondere Rolle in der Mythologie der Komi spielt. Die Komi hielten diesen Fisch für Verkörperung des Wassergeistes. Große, alte Fische wurden verehrt. Den Frauen wurde verboten den Kopf vom Fisch zu essen. Er wurde getrocknet und die Fischer nahmen ihn auf den nächsten Fischfang als Glücksbringer mit. Es gibt auch eine Sage, nach welcher Hecht und Alande immer Kriege gegen einander geführt hätten. Die Fische beschossen einander mit Pfeilen. Die Pfeile trafen bei Alanden immer den Schwanz und bei Hechten den Kopf. So haben Hechte mehr Gräten am Kopf und Alande am Schwanz. Die Komi haben auch eine Wendung – den Kopf des Hechtes abnagen – das bedeutet, sehr arm leben.

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Auf dem weiteren Bild sieht man eine Ente als Schmuckmuster. In der Mythologie der Komi und anderer Völker der finnougrischen Gruppe war die Ente die Urmutter der Welt: Sie legte ein Ei, das sich in zwei Hälften geteilt hat. Aus der oberen Hälfte bildete sich der Himmel mit all seinen Gestirnen, aus der unteren bildete sich die Erde mit Flora und Fauna. Der Nachhall dieses Glaubens an die Ente als Urmutter widerspiegelt sich in der traditionellen Verschenkung der Entenschale aus Holz an die Braut. Das hat immer der Vater gemacht.

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Auβer mythologischen Motiven gehörten in die Nominierung Kostüme aus Naturstoffen – Wolle und Leinen.

Die gestrickten Pullover und Mützen sind Kunstücke von Meisterin Svetlana Turova. Sie gebraucht in ihren Arbeiten komi nationale Ornamente, und ihre Erzeugnisse sind immer praktisch.

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Die Modelle in Kostümen aus Lein sahen auch sehr hübsch aus.

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Und zum Schluss, und diese Kollektion war die letzte, sah ich überraschende Birken mit Birkenrinde geschmückt. Ein Naturstoff, der echt komi ist.

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Liebe Leser! Und welche Modelle haben euch besonders gefallen?

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2 Antworten zu “In Syktyvkar wird ethno getragen

  1. Konstantin Baehr

    Das ist eine grossartige Reportage, liebe Ludmilla! Eine Wucht von Farben, Formen, Eindrücken! Mir gefallen die Kollektionen in der Nominierung „Szenenkostüm“ sehr; sofort kaufen würde ich die Strickwaren der Meisterin Svetlana Turova. Das eisblaue Etuikleid gefällt mir besonders. Auch hier wäre ich gerne dabei gewesen. Ganz herzlich! Aus Zürich, Konstantin

    • Lieber Konstantin!
      Vielen Dank fuer Deinen Kommentar! Ich bewundere immer die Menschen, die mit ihren Haenden so etwas Schoenes machen koennen. Auch ich wuerde gerne etwas kaufen. Einige Kleider sind sehr praktisch und dazu noch mit Ethnonote.
      Herzlichst,
      Liudmilla

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