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Rentiere sind schon weit weg in der Tundra… und der Sommer kommt und kommt nicht

Während mancher Europäer schon richtig die Sonne genieβt, frieren wir hier in Komi beim Schnee, Wind und Regen. Meine lieben Tulpen und Narzissen warten vergeblich auf die Sonne. Jeder Hobby-Gärtner klagt über die Unernte in diesem Jahr und hält den Boden pflanzenbereit. Aber… das liebe Wetter hat sein Spiel im Auge.

Ich habe meine Mutter angerufen, fröhlich mit ihr geplappert))) nun wie ist das Wetter, hab ich gefragt? – Frisch, es schneit, aber doch frisch))) – Es war am 4.Juni!

So denke ich, bin ich nicht spät mit dem zweiten Teil des Beitrags zum Rentierfest. Und meine Erinnerungen an das Fest sind noch frisch, wie halt das Wetter im Juni))))

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Nun waren die meisten Ereignisse des Festes vorbei und die Zuschauer haben endlich die Möglichkeit bekommen die Tiere zu streicheln. Besonders glücklich waren die Kinder, doch auch die Erwachsenen fanden den gröβten Spaβ, dem Tier sein Fellchen hinter den Ohren zu streichen.

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Ich war auch keine Ausnahme!

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Panem et circenses! Brot und Zirkusspiele! Ja, wir haben genug gesehen, nun meldete sich der Hunger. Die Gastronomie des Festes war gerade nicht variativ, aber sehr lecker – Rentierfleisch als Snacks geräuchert oder als Schaschlyk gegrillt. Die Snacks zum Bier sind Spezialitäten aus Inta und Vorkuta. Doch Bier trinkt man beim Frost nicht)) Das kaufen die Gäste des Festes eher als Souvenirs.

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Doch Schaschlyck war super! Obwohl das Fleisch selbst für solche Gerichte normalerweise nich geeignet ist, weil es fettarm ist. Man hat uns erklärt, dass das Fleisch zuerst geschmort wurde und dann schon gegrillt.

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Mit schwarzem Brot schmeckte das Fleisch himmlisch! Und eine Tasse herzhafter Brühe machte uns wieder munter. Die Brühe bekam man einfach aus der Teekanne) Natürlich konnte man auch Tee oder Kaffee kaufen, aber die Brühe was das Richtige für das Moment, um die Seele von innen zu wärmen!

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Aus Inta habe ich leckere Souvenirs auch mitgebracht: vor allem rohes Fleisch, denn in Syktyvkar kann man diese Köstlichkeit nicht kaufen (ich meine frisch nach dem Schlachten). Hier kann man nur Wurst und Snacks bekommen und für höhere Preise. Die Fotos zeigen das leckere Angebot.

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Genug gesättigt machten wir uns auf den Weg zu Abenteuern) Die Zuschauer konnten für 100 Rubel eine Runde auf den Rentierschlitten machen. Wir waren auch dabei.

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Nach allen Ereignissen des wunderschönen Tages war unsere kleine Gesellschaft ziemlich müde, noch ein gemeinsames Foto und wir gingen nach Hause.

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Wie schön wäre ein Heimfahrt so wie auf dem Foto!!! Aber wir gingen zu Fuβ auf den Wegen, wo im Sommer nur Fluss und Sumpf liegen. Und wir sprachen über das Leben, wie es den Frauen interessant sein kann.

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Zu Hause fiel ich auf das Sofa, meine Wangen glühten vor Frost, Sonne und Wind und mein Herz bebte vor Freude. Doch ich musste wieder nach Syktyvkar und meine Mutter war etwas traurig…

Als Erinnerung an diese Zeit hängt nun an der Wand ein Andenken – ein Stück Horn, und das gibt Hoffnung auf neue Eindrücke und Erlebnisse!

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Auf den Pfoten des Rentiers kommt der Frühling

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Das Fest des Rentierzüchters stand schon immer auf meiner Event-Top-Liste, aber bisher hatte ich keine solche Gelegenheit genutzt. Denn in diesem Fall müsste ich nach Inta im Frühling fahren, und das ist noch Uni-Zeit. Ja, ich habe ein paar Beiträge zu diesem Thema, aber da fehlen meine eigenen Eindrücke und Erlebnisse. In diesem Jahr strahlten die Glückssterne über mir – kein Unterricht und dazu noch eine Prämie von der Uni)) Das war das schönste Wochenende in diesem Jahr!

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Damit ihr versteht, dass es eine wirklich aufwendige Tour ist, muss ich sagen – ich brauchte etwa 12 Stunden mit dem Zug hin und zurück – also 24 Stunden mit dem Zug unterwegs. Zum Glück sind die Zugverbindungen günstig und ich habe in meiner Stadt den Samstag und Sonntag verbracht. Meine Mutter war natürlich sehr froh, meine Schullehrerin (jetzt meine gute Freundin) auch.

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Das Fest findet einmal in zwei Jahren statt und das war schon das 15-te. Doch ich war niemals dabei, obwohl ich in Inta aufgewachsen bin. Zur Sowjetzeit hatten wir keine solchen Feste gehabt, und auch kein Rentierfleisch gegessen, denn es wurde exportiert – wie man sagt – der Schuster hat die schlechtesten Schuhe. Die Traditionen wurden erst nach der Wendezeit in Russland wiederaufgelebt. Und nun ist das Fest zu einem unvergesslichen Ereignis geworden – im hohen Norden gibt es leider nicht sehr viele Feste!

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Ich bereitete mich auf diese Reise tüchtig vor – nur die wärmsten Sachen, denn laut dem Wetterbericht sollte mich eine richtige Kälte erwarten – -30! Brrr! Das war für mich aber kein Hindernis. Am Tage meiner Anreise schien in Inta die Sonne und der Frost war dadurch fast nicht zu spüren. Ich erholte mich ein bisschen zu Hause und wir gingen mit meiner Mutter durch die Stadt bummeln, was wir schon eine Ewigkeit nicht gemacht haben.

Eine Tour durch die Läden – und nun kamen wir zum Wahrzeichen der Stadt – dem Wasserturm. Er wurde nach dem Entwurf von dem schwedischen Architekten Arthur Tamvelius errichtet und sollte an die Türme vom Kreml erinnern. So eine Schicksalsironie! Wie kam der Architekt nach Inta? Wie viele Menschen der Stalin-Epoche – als politisch Gefangener.

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Heute beherbergt das erhabene Bauwerk im Stil der Gotik das Museum der GULAG-Geschichte in Inta und erzählt über die traurige Entstehungsgeschichte der Stadt. Nun, darüber schreibe ich noch.

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Ich war noch niemals im Inneren des Turmes und es war für mich sehr interessant. Doch mein Ziel war das Fest. Es findet tradionell im März im Vorort der Stadt, neben dem Flugahfen und es liegt ziemlich weit von der Stadt, fast in der Waldtundra auf einem  für alle Winde offenen Platz. So musste ich mich richtig warm anziehen. Bei uns scherzt man oft über eine Person, die sehr warm angezogen ist und sagt dabei: „Willst du mal zum Nordpol?“ Ja, in meinem Fall war es ganz ernst – denn sicher sei eben sicher – zwei Pullover, eine lange Daunenjacke, eine Daunenhose und natürlich die Pimy als Fuβbekliedung – ein passendes Outfit! Die Pimy wurden fast von allen hier getragen.

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Was wäre meine Ausrüstung ohne Fotokamera! Ich habe meine zwei Battierien voll geladen, aber trotzdem war ich unsicher, wie das alles auf dem Frost funktioniert. Als meine Kamera fast „leer“ zeigte, wechselte ich die Battierie und steckte sie in meine Handschuhe. So luden sie sich ein bisschen von der Wärme meiner Haut))) Das habe ich mehrmals gemacht, bis ich beide Batterien und meine Flashkarte kaputt fotografiert habe))) Doch das Wetter war herrlich, wie bestellt! Die Sonne war blendend und ich meine, ich habe ein paar Sommersprossen bekommen. „Windstill“ – hat der Mann meiner Schullehrerin gesagt – und er ist Flughafendirektor))) Es schien, die ganze Stadt versammelte sich hier und es war vielleicht warm vom gesamten Hauchen der Menschen und Rentieren, von der fröhlichen Atmosphäre und Vorfreude auf das Ereignis!

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Das Fest wurde eröffnet und das Treiben begann.

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Alle warteten natürlich auf das Rentierschlittenrennen. Rentierschlittenführer warteten mit Ungeduld auf das Wettbewerb, die Zuschauer auch, und nur die Rentiere waren ganz ruhig. Diesmal sollte der Gewinner 100.000 Rubel bekommen.

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Das Rennen ist immer das spektakulärste Ereignis des Festes. Ich wollte alles fotografieren und wählte einen der besten Plätze aus. Als ich mir dann zu Hause die Fotos ansah, war ich sehr froh – ich hatte tolle Fotos gemacht. Auf manchen Fotos sieht man, wie die Tiere komisch ihre Zungen ausstrecken. Das zeugte davon, dass sie müde waren. Aber es war so lustig!

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Die Rentiere an sich sind keine Renntiere, und manchmal waren sie ganz eigensinnig und wählten ihre eigene Route))) Dann hatte der Kajur Pech (Kajur heiβt Schlittenführer).

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Hier gibt es mehr Fotos:

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Der richtige Kajur muss so aussehen: Er hat eine Maliza, einen Gürtel mit Messern und Toboki – hüftenhohe Fuβbekliedung. So ist man in der Tundra gegen jeden Wind und Frost gesichert!

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Die Kajurs sind ganz modisch – weit in der Tundra doch nicht ohne Ästhetik! Ich wunderte mich sehr über das Design von Toboki – eine richtige Modenschau!  In der öden Tundra fehlen die Farben, dadurch erklärt man, dass die Kleidung der Rentierzüchter farbenreich ist.

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Die Kleidung aus Rentierfell wird in der Tundra von Jung und Alt getragen. Das Rentier gibt dem Menschen alles, was er braucht.

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Besonders süβ waren die Kinder.

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Ich konnte natürlich die Gelegenheit nicht verpassen und kleidete mich auch))) Schade, dass wir heutzutage sehr von der Mode abhängen! Die Tundra-Menschen kennen den Umstand – wenn es richtig kalt ist, rettet die Kleidung das Leben.

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In der Maliza hat man das Gefühl der Geborgenheit und es ist wirklich sehr warm!

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Die Fortsetzung folgt… Zu viele Eindrücke für einen Beitrag!

 

 

 

Zu Gast bei Väterchen Frost. Die Residenz

Es hat etwas Zeit gedauert, bis ich mich an den zweiten Teil gemacht habe. Ja, die Ferien sind vorbei und die Arbeit nahm mich wieder ganz in Anspruch. Aber meine Erinnerungen an unsere kleine Reise sind noch ganz frisch! Und nun ist der zweite Teil unseres winterlichen Abenteuers. Also, los!

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Am Morgen standen wir sehr früh auf, um rechtzeitig zu sein, denn so hatten wir die Chancen in ganzer Ruhe alles zu beobachten, bevor andere „Langschläfer“ strömen) Und wir waren fast die ersten! Wir haben die Eintrittskarten gekauft und die Tore der Residenz haben sich für uns geöffnet. Was muss ich über die Preise sagen – die beißen (wie die Russen sagen). Horrend sind sie nicht natürlich, aber die Familie mit einem Kind muss für das Wintervergnügen über 3 000 Rubel ausgeben. Aber was muss das Geld im Vergleich mit den strahlenden Kinderaugen! Und die Eltern greifen tief in die Geldtasche) Wo diese Tiefe liegt, ist aber bei allen Geldbeuteln verschieden))) Außerdem sind die Eintrittskarten für den ganzen Tag gültig, und man darf am Tage mehrmals ein und aus.

SONY DSCFoto: Das Terem von Opa Frost

Das Angebot ist nicht pauschal. Der Preis hängt auch davon ab, welche Attraktionen man wählt. Man muss auch etwas extra in der Residenz bezahlen. Wir haben das Terem, die Post und den Zoo gewählt. Man sagte uns, das gehöre zum Muss hier. So waren wir fast die ersten Besucher.

Unsere Erkundung begann mit dem Märchenpfad – einer Attraktion für die Kinder. Hier warteten auf sie verschiedene Märechenfiguren live und gaben den Kindern „die schwersten Aufgaben“. Der Weg zum Opa Frost sei verzaubert!

Die erste Gestalt war die Baba Jaga. Sogar die Erwachsenen haben eine Gänsehaut bekommen und wurden für ein unanständiges Benehmen bestraft))) Die hat sehr gut gespielt!

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Die weiteren Stationen bereiteten den Kindern das Treffen mit dem Bären, dem Schneemann, dem Füchslein, dem Igel, dem Kater und den zwölf Monaten (von denen gab es eigentlich nur drei). Auch den Erwachsenen hat das ganze fröhlich lärmende „Spektakel“ Spaß gemacht!

rej98udtXD8Foto: bei dem Füchslein zu Hause

Der Kater-Bajun saß auf dem Baum und machte mit den Kindern Musik. In russischen Märchen bezitzt er eine magische Kraft – er singt so süß, dass die Menschen einschlafen und in Gefahr geraten. Wir aber waren immer auf der Hut!)))

mGoedkqFjh4Foto: alle singen mit dem Kater-Bajun

Mir haben am meisten die drei Monate gefallen. Sie hatten so schicke Kaftane, und es war so gemütlich warm bei ihnen. Im Märchen „Zwölf Monate“ helfen die Brüder-Monate einem armen Mädchen im Dezember im Wald Schneeglöckchen zu finden. Die böse Stiefmutter hat sie mit diesem Befehl beim Schneesturm in den Wald geschickt. Die Brüder ließen das Mädchen sich am Feuer wärmen und der April zeigte ihr die Stelle mit den Blumen. Wir waren auch willkommen!

SONY DSCFoto: Dezember, Januar und Februar heißen alle willkommen

Die nächste Attraktion war der Besuch des Terems. Wir dachten, hier wartet auf uns Opa Frost, aber … Na gut, wir hatten eine Exursion durch die Zimmer und haben sehr viel gesehen: Schatzkammer, Schalfzimmer, Arbeitszimmer, Chemielabor, Bibliothek, Garderobe usw., aber keine Spur von Opa Frost))) Das war eine Entäuschung! Sogar Geschenke für die Kinder (die, nebenbei gesagt, die Eltern im Voraus besorgt haben und für diese feierliche Ausgabe noch bezahlt haben) wurden im Namen vin Opa Frost von seinen Gehilfen verteilt.

1-wu_k9uMPsFoto: Das Bett von Opa Frost

dbodWHPmlXAFoto: Chemielabor. Hier macht er Schneeflocken

xlWObEHI1VIFoto: Die Garderobe

Doch die Kinder waren glücklich, denn sie haben ein Geschenk von Opa Frost bekommen, dazu noch eine Urkunde zum Besuch in der Residenz. Unser Wladik wunderte sich sehr, woher habe Opa Frost erfahren, dass er sich einen Roboter gewünscht hat!

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Später stellte es sich heraus, dass Opa Frost seine Gäste auf seinem Postamt empfängt. Man muss sich nur auf die bestimmte Zeit anmelden lassen. So hatten wir noch Zeit und begaben uns in den Zoo. Eigentlich mag ich Zoos nicht, weil es mir immer schade ist, die Tiere hinter den Gittern zu beobachten, besonders Raubtiere. Ich erinnere mich an einen Löwen im Zoo in Odessa, der so laut und entsetzlich stöhnte, dass ich beschlossen habe – nie mehr in den Zoo! So ist es bei mir auch bei den Zirkussen.

Doch für die Kinder ist es eine Möglichkeit, exotische Tiere zu beobachten. Und so musste ich mich damit abfinden und schloss mich den anderen an. Was ich gesehen habe, hat mich angenehm überrascht. Obwohl die Tiere nicht im Freien leben, werden sie sehr gut gepflegt (hier verstand ich, warum die Preise sehr hoch sind). Alle leben in Gehegen hinter Gittern, doch sie alle sind sehr geräumig und jedes Tier hat sehr viel Platz. Hier darf man die Tiere füttern (außer Raubtiere) und das macht auch den Erwachsenen Spaß. Wisst ihr, welche Tiere hier sehr viele gibt? Natürlich Rentiere! Das ist für uns Nordmenschen keine Überraschung. Anders ist es bei Exotik. Der Tiger hat mich besonders beeindruckt. Er bewegte sich zo graziös, als ob er verstände, dass er fotografiert wird. Er posierte!

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Wir haben hier Elche, Hirsche, Jaks, Kamele und andere Tiere gesehen. Am lüstigsten war das Alpaka. Wir warfen ihm Karotten und es lief wie ein Hund im Gehege herum, um den Snack im Schnee zu finden.

2Iv5g-aJ5rwFoto: Elche kennen wir sehr gut!

HqS8bcfcQP8Foto: Wladik füttert das Kamel (und hat Angst, dass das Kamel spuckt))))

Die Zeit im Zoo verging schnell und alle warteten schon ungeduldig auf das Treffen mit Opa Frost. Die Kinder besprachen, welche Gedichte sie dem Opa Frost vortragen werden. Und nun waren wir nah am Ziel! Zuerst in einem halbdunklen Raum – alo im Wartezimmer))) Das war sehr aufregend sogar für die Erwachsenen! Ich habe mich auf dem Gedanken ertappt, dass ich mit einem ehrfürchtigen Gefühl wie ein Kind da stand. Das ist vielleicht deswegen, dass mich Opa Frost in meiner Kindheit noch niemals zu Hause mit einem Geschenk besucht hat.

Endlich öffneten sich die Türen und die Gruppe tritt in einen großen Raum, wo Opa Frost erhaben auf seinem Thron saß.

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Opa Frost hat alle begrüßt. Sein Gehilfe erklärte höflich – keine Gedichte, keine Lieder, nur Familienfotos! Das war die zweite Enttäuschung! Na, was zu machen… Wir haben unser Familienfoto bekommen und gingen draußen.

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Das war schon Mittagszeit und wir mussten uns auf den Weg nach Hause machen. Im Park machten wir noch einige Fotos.

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Die Gefühle nach unserem Aufenthalt in der Residenz waren ganz wiedersprüchlig. Aber wir waren hier wegen unsere Kinder, für die das Ganze ein großes Ereignis sein schien. Sie waren glücklich – und das war unser Ziel!

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Zu Gast bei Väterchen Frost

OtKO8f_YLfkFoto: Tor ins Märchen, in die Opa Frost Residenz

Heute ist mein Beitrag nicht über die Republik Komi, sondern über ihren nahen Nachbarn – das Gebiet Vologda – die Heimat von Väterchen Frost. Wer ist Väterchen Frost? Das ist der russische Gabenbringer zur Neujahrszeit, eine Person, die jedes Kind in Russland kennt und mit Ungeduld auf seine Geschenke wartet. So haben wir mit meinem Mann beschlossen, auch unserem kleinen Wladislaw eine kleine Überraschung zu machen, nach Welikij Ustjug zu fahren und den Opa Frost in seiner Residenz zu besuchen. 

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Wir waren zusammen mit unseren Freunden und warteten selbst auf diese Fahrt mit Ungeduld wie kleine Kinder. Irgendwie glauben wir auch an Wunder! Vor zehn Jahren waren wir hier mit unseren älteren Kindern. Früher war es hier alles anders!

QrdU9o96S2gFoto: eine lustige Reisegesellschaft! Im Hintergrund das Terem von Väterchen Frost.

Das war eine wunderbare Reise (auch nicht ohne kleine Abenteuer)! Sie begann ganz früh am Morgen, denn wir sollten mit den Autos etwa 500 km zurücklegen. Der Weg nach Welikij Ustjug liegt abseits der föderalen Autostraβen und ist deshalb wie Mehrheit von russischen Autostraβen in der Provinz ganz ausgefahren. Die ersten hundert Kilometer der Fahrt führten uns durch menschenleere Gebiete, wo es nur Wald gibt. Und da es drauβen etwa 2 Grad Kälte war, gab es Glatteis, und manchmal war es auch gefährlich beim Fahren, besonders, wenn es viele Langholztransportlastkraftwagen unterwegs gab. Sie schleppten ihre Güter im Schneckentempo oder hielten einfach mitten auf der Straβe, weil sie wegen ihres Gewichtes kleine Hügel nicht bekraxeln konnten. Und einmal haben wir richtig Angst bekommen! Aber alles war gut.

Nach etwa 6 Stunden Fahrt waren wir am Nachmittag schon an Ort und Stelle. Wir haben für die ganze Reise zwei Tage geplant – einen für die Bekanntschaft mit Welikij Ustjug und einen für den Residenzbesuch. Wir haben für die Übernachtung eine Wohnung 30 km von der Stadt entfernt gemietet. Es war viel günstiger, denn zur Hochsaison in den Winterferien ist der Preis für alles sehr hoch.

Nach dem Mittagessen begaben wir uns in die Stadt. Welikij Ustjug ist eine kleine russische Prvinzstadt mit etwa mehr als 30000 Einwohnern. Die Stadt wurde 1147 geründet, so alt wie Moskau. Den Beinamen „Welikij“ hat sie von Ivan dem Schrecklichen bekommen. Lange Zeit lebten in der Stadt viele Kaufleute, denn hier kreuzten sich wichtige Handelswege. Und die Stadt war wohlhabend. Noch heute sieht man überall Häuser von Kaufleuten, in manchen gibt es Museen. Selbst die Stadt ist von ein- bis dreistöckig, hier gibt es keine Hochhäuser, denn der Boden ist sumpfig. Die Stadt hat deswegen mehr von einer typisch russischen Provinzstadt – ruhig, naiv und bescheiden. Viel schöner für mich als ihr Altersgenosse Moskau. Hier begibt man sich in eine andere Epoche und spürt die wechselvolle Geschichte Russlands auf Schritt und Tritt.

SONY DSCFoto: Ein Kaufmannshaus, das bis jetzt noch bewohnt wird.

In der Stadt gibt es 28 Kirchen!!! Das ist unglaublich! Die orthodoxe Architektur verleiht der Stadt ein besonderes Gepräge. Aber nur einige davon funktionieren als Gottesstätten. In einer gibt es eine Bibliothek, in einer anderen ein medizinisches Laoboratorium. Und das ist, weil die Stadt kein Geld hat, um diese Baukunstwerke zu restaurieren. Praktisch das ganze Geld, das die Stadt an der Opa Frost Residenz und Tourismus verdient, bekommt Moskau, und das ist sehr traurig. Und hier gibt es Touristen aus ganz Russland!

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Wir haben eine Kirche besucht. Leider darf man in den Kirchen nicht fotografieren (einige machen das heimlich, ich niemals) und ich kann dieses prächtige Bild in Worten nicht beschreiben! Das Altar ist aus Holz geschnitten mit alten Ikonen geschmückt und ist riesengroβ. Das habe ich noch niemals gesehen! Hier war es ganz still, obwohl es sehr viele Menschen gab. Jeder ging im Saal in seinen Gedanken vertieft, mancher betend, mancher schaulustig. Es war der 4.Januar, also die vorweihnachtliche Zeit in Russland, und es war für unsere Familie sehr symbolisch, dass wir diese Kirche besucht haben. Wir stellten Kerzen auf für Gesundheit und Wohlhaben unserer Nächsten und eine Kerze als Gedenken an Gestorbene, wie es der Brauch ist. Leichten Herzens gingen wir dann in der Stadt spazieren.

8Gmb-G8aRgQFoto: Eine bescheidene Weihnachtskrippe vor der Kirche.

Wir hatten auch eine ganz nette Fremdenführerin – Polina – eine Studentin unserer Universität, und die Bekannte von meinem Mann (sie spielen zusammen in einem Amateurtheater). Wir haben diese Reise natürlich nur wegen die Kinder unternommen, und so galt unser erster Besuch dem Modehaus von Väterchen Frost. Polina sagte uns, dass es sich lohnt, dieses Museum zu besuchen. Und es war toll! Im Museum gab es eine sehr interessante Führung. Zuesrt besuchten wir den Raum, wo die Kleidung für Väterchen Frost gemacht wird. Etwa zehn Näherinnen sorgen für das festliche Outfit vom Opa Frost. Es war so interessant, ihnen bei der Arbeit über die Schultern zu gucken. Die Kinderschar machte viel Lärm, aber sie waren ganz ruhig)

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Väterchen Frost ist (so sagt man) über zwei Meter hoch! So kann man seinen eigenen Wuchs mit dem von Väterchen Frost mit Hilfe von solch einer Messlatte vergleichen)))

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Im nächsten Raum wurden die festlichen Gewänder der russischen Bojaren (Adelige aus dem russischen Mittelalter) ausgestellt. Das Gewand von Väterchen Frost hat hier seine Wurzeln. Die waren prachtvoll mit Fellen und Perlen verziert.

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Und auf dem nächsten Foto sieht man das Kostüm, in welchem Väterchen Frost die Gäste auf den Olympischen Spielen in Sotschi empfing. Dort hatte er auch eine Residenz.

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Im letzten Raum wartete auf die Kinder eine improvisierte Modenschau. Jedes von ihnen hatte ein Kostüm bekommen und zeigte es dem Publikum (also den Eltern). Die Kinder waren so süβ! Sie gaben sich Mühe, sich wie richtige Modelle zu zeigen, und wurden sofort von allen Seiten fotografiert. Die Verkleidung vollzog sich hinter der Schirme und für die Eltern war es eine richtige Überrauschung. Für uns auch)))

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Die Kinder stellten die Gestalten dar, die die Residenz von Väterchen Frost bewohnen und ihm in vielen Sachen helfen. Unser Wladislaw war also Bäcker und Taissja (meine Patentochter) Snegurotschka (die Enkelin von Väterchen Frost). Snegurotschka ist eben eine Person, seine Begleiterin, mit welcher Väterchen Frost überall erscheint (in Kindergärten, Schulen, auf privaten Besuchen in Wohnungen).

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Die Kinder waren glücklich! Nach dem Museum bummelten wir durch die Stadt in der Dämmerung und es war sehr festlich und zugleich geheimnisvoll.

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Wir kauften einige Souvenirs und fuhren in die Wohnung. Wir waren sehr müde, aber in bester Laune, denn morgen wartete auf uns Väterchen Frost! Und darüber mein nächster Beitrag)

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Die „Sawalinka“ singt und tanzt wieder!

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Zum 14. Mal wurde am 1.Juli in Wylgort (Rayon Syktywdin) die Sawalinka gefeiert – ein Fest der Volksmusik, das die russiche und finno-ugrische Kultur eng verbindet. Das ist das dritte Mal schon, dass ich dieses Fest besuche und darüber in meinem Blog schreibe (Beitrag 1, Beitrag 2). Aber jedesmal gibt es etwas, was tief ins Herzen greift, weil man sich dabei dem russichen Volk und der multinationalen Kultur Russlands gehörig fühlt. Was mich immer besonders dabei fasziniert – das sind die Volkstrachten von Russen, Komi, Udmurten, Tschuwaschen und Karelen – eine bunte Pracht!

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Das Konzert war wie immer stimmungsvoll und spektakulär. Eine schöne Kulisse für die Aufführungen bildeten Heuhaufen. Manchmal zeigten sich daraus ganz unerwartet die Schauspieler)

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Die Walenki, Dank denen der Rayon in der Republik Komi und weit hinaus bekannt sind, waren der unetrbehrliche Teil des Konzertes.

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Es gab ganz tolle Szenenbilder. In diesem Jahr widmete man die Sawalinka den bekannten Persönlichkeiten des Rayons Syktywdin – Musiker, Schriftstellern und Architekten. Die riesigen Buchseiten führten die Chronik die wichtgsten Epochen in der Geschichte der Komi.

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Zum Gewinner der Sawalinka wurde die Gruppe „Otrada“ aus Karelien. Ich habe diese schicke Frauen in unglaublich schönen Kostümen noch vor dem Konzert bemerkt und war begeistert vom ganzen Bild! Sie strahlen so viel Lebensfreude und Energie aus!

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Für die Zuschauer gab es in diesem Jahr sehr viel Attraktionen und Aktivitäten. Besonders das Heurevier mit Artobejekten zum Fotografieren. Der stolze Elche, der oroginelle Fisch, lustige Eulen und der eiserne Mann „Kort Aika“ sorgten für die tolle Laune und schöne Fotos!

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IMG_0130Foto: Der Eiserne Mann zu komi „Kort Aika“ ist eine Gestalt aus der Komi-Legende. Darüber im nächsten Beitrag.

Die Handwerker präsentierten ihre Erzeugnisse – für jeden Geschmack und Geldbeutel.

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Ich fand auch etwas nach meinem Geschmack – „Kosuli“ – das festliche Gebäck aus dem Gebiet Archangelsk (das westliche Nachbargebiet von Komi). Kosuli werden zu den wichtigen Festen gebacken – Weihnachten, Hochzeit oder Geburt des Kindes. Sie gelten asl Symbol von Archnagelsk und Pomorje. Es ist schade, solch eine Schönheit zu essen!

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Die andere Attraktion für mich und meine Freundin war die Umkleidung in die nationale Tracht vom Rayon Syktywdin. Das mache ich sehr gern!

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Die Tracht selbst ist ganz schlicht, aber besonders festlich sieht die Kopfbekleidung aus – der Sbornik. Er zeigt, dass die Frau verheiratet ist.

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Damit die Gäste gute Fotos machen konnten, wurde ein Gerät für Handklöppeln aufgestellt. Diese Handarbeit ist im Rayon sehr populär.

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Die Zeit verging wie im Fluge. Bester Laune gingen wir nach Hause mit Eindrücken, Souvenirs und tollen Fotos!

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Einige Fotos gehören zur offiziellen Gruppe „Wylgort“ im Sozialnetzwerk „Vkontakte“. Vielen Dank!

 

Bei der Schneekönigin zu Gast

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Der Frühling steht vor der Tür, doch der gröβte Teil der Republik Komi liegt noch unter dem Schnee. Aber, dass es so rätselhaft wie auf dem Foto sein kann, konnte ich mir nicht vorstellen. Eigentlich ist mir das Motiv gut bekannt. Wo habe ich das ähnliche Bild gesehen? Und jetzt können mir die deutschen Leser zustimmen – im Harz, dem Hexetreffpunkt. Dieses Foto wurde aber nicht im Harz gemacht, sondern im Nordural, nicht weit von der Stadt Vuktyl und diese Landschaft ist nicht weniger sagenumwoben wie der Harz. Der Fotograf Sergej Fomin hat die Bergtundra zu seinem Lieblingsmotiv gemacht. Nach seiner Genehmigung veröffentliche ich seine Fotos in diesem Beitrag.

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Die Landschaft, die auf den Fotos abgebildet ist, heiβt der Tima-Is-Bergrücken. Er liegt im Nationalpark „Jugyd Wa“ in der Nähe von der Gaspipeline „Sijanije Severa“ und ist somit gut zu erreichen. Das ist ein Gebirge (550m über dem Meeresspiegel) mit sanften Abhängen, das in klimatischer Hinsicht einzigartig ist. In der Republik Komi gibt es viele einzigartige Landschaften, darunter z.B. das Plateau Manpupunjor – die steinernen Götzen der Uralvölker (Säule der Verwitterung). Aber mit Schnee bedeckte verkümmerte Vegetation, hauptsächlich aus Tannen und Birken, weist ähnliche bizarre Formen auf, ist aber nicht verteinert, sondern im Firnschnee verkrammt.

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Was macht diese Region klimatisch einzigartig? Der Bergrücken liegt weit von dem Wasserscheidenmassiv des Nordurals und bildet eine natürliche Sperre für südwestliche Winde, die hier im Winter herrschen. Er fängt die ungeheure Wucht ihres Angriffes auf. Starke Winde und hohe Feuchtigkeit kleiden die Bäume in den Panzer aus Firnschnee. Sie beugen sich unter dem Gewicht der untragbaren Last und erstarren. Dabei entstehen die Formen, die je nach Phantasie des Betrachters verschiedenen Gestalten ähneln.

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Vom Bergrücken eröffnet sich von der östlichen Seite ein wunderschöner Blick auf die Berggipfel des Nordural und von der westlichen Seite auf die unüberschaubare Taiga der Petschora-Tiefebene.

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Einer der ungewöhnlichsten Berggipfel des Ural ist der Berg Telpos-Is (1619m). Er hat zwei Gipfel. Das ist der höchste Berg des Nordural. Er war seit den uralten Zeiten der heilige Berg der Nomaden. Die Nenzen und die Mansen nannten ihn „Frauenidol“, die Komi – „Nest der Winde“. Nach einem alten Glauben haust hier Woipel – Gott des Windes und der Kälte. Er mag keinen Lärm, deshalb versuchen die Rentierzüchter ihre Rentierschlitten besonders still zu führen, wenn sie am Berg vorbei fahren, und die Jäger machen keinen Lärm im Wald, sonst wird der Windgeist auf die Täter Schneesturm loslassen.

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Der Mythos ist dadurch zu erklären, dass der Berg Telpos-Is das klimabildende Gebirge ist, und es kann vorkommen, dass hier im heiβen Sommer Schneestürme entstehen.

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„Bei der Schneekönigin zu Gast“ – so heiβt die eintägige, 10km lange Schiroute, die im Nationalpark „Jugyd Wa“ den Touristen von Januar bis April angeboten wird. Der Ausflug in die sagenumwobene Landschaft passt sehr gut Familien mit Kindern ab 14 Jahre, also wenig erfahrenen Touristen. Jetzt steht diese Route auch in meiner Wunschliste der Orte in Komi, die ich unbedingt besuchen will.

Vielen Dank an Sergeij Fomin für seine Freundlichkeit und tolle Fotos!

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Bei Rentieren zu Gast

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Am vorigen Wochenende ist endlich mein Traum in Erfüllung gegangen! Ich war zu Gast bei Rentieren in der Taiga. Aus meinen früheren Beiträgen weiβt ihr, meine lieben Leser, dass die Rentierzucht im hohen Norden unserer Republik betrieben wird, in der eisigen Wüste der Tundra. Für solch eine weite Reise bin ich finanziell noch nicht bereit)))

Im Rayon Knjash-Pogost, das etwa 200 km nördlicher von Syktywkar liegt, tief in der Taiga, haben Rentiere seit 2013 ihr Winter-und Sommerquartier. Die 500-köpfige Herde wurde im Autonomen Kreis von Jamal-Nenzen gekauft und über den Ural aus Sibirien in die Republik Komi getrieben. Das sind Rentiere, die nicht „nomadisieren“, sondern lange Zeit auf einem Ort bleiben und Moos fressen. Auf solche Weise will man die alten Traditionen der Taigarentierzucht aufzuleben, denn in den 50-er, 60-er Jahren des 20.Jahrhunderts weideten Rentiere hauptsächlich in Waldgebieten.

Rentiere haben sich im Wald eingelebt und erwarten die ersten Gäste – neugierige Stadtbewohner. Das Reisebüro „Schuda olöm“ (zu komi: Glückliches Leben) organisiert kleine Gruppen von Touristen. Ich war natürlich in der ersten Gruppe. Zwei Stunden mit dem Bus, eine Stunde mit dem Schneemobil und wir waren tief in der Taiga.

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Das erste, was ich gesehen habe, war das Tschum (das Rentierzelt) und zwei Rentiergespanne.

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Auf einem saβ ein netter Hund. Das andere Paar war festlich angekleidet, nach der nenzischen Mode.

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Die Tschumwirtin Vera empfing uns sehr freundlich und lud uns zu einem Mittagessen ein.

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Im Tschum war es sehr gemütlich. Mitten im Zelt heizte der Ofen und darauf kochte eine sehr aromatische herzhafte Brühe aus Rentierfleisch. Von auβen ist das Tschum klein, aber im Tschum ist es ziemlich geräumig. Es gibt keine Fenster, nur oben bleibt es offen.

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Das Süppchen war sehr deftig und wir haben sehr schnell unsere Kräfte nach einer langen Fahrt wiederhergestellt. Nach dem Essen gab es ein Gespräch mit Vera. Sie hat uns über ihr Leben in der Taiga erzählt. Sie sind eine Familie mit zwei Kindern. Seit 2013 sorgen sie für die Herde. Das Tschum, wo wir waren, ist ein Gästetschum. Das Wohnzelt hat man uns nicht gezeigt. Vor der Reise hat man uns gesagt, dass diese Familie ziemlich zurückgezogen lebt. Und wir hatten natürlich Verständnis. Zum Unterschied von Komi sind Nenzen bis jetzt Heiden und ihr Leben hängt von alltäglichen und festlichen Ritualen ab. Sie leben in ihrer Welt.

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Vera ist aber eine erfahrene Rentierzüchterin und das ist ihr Beruf fürs Leben. Sie weiβ viel über Rentiere und einiges haben wir mitbekommen. Ich war über einige Tatsachen sehr überrascht. Zum Beispiel, Rentierklauen können sich der Jahreszeit anpassen. Die Rentiere können, sozusagen, ihre Sommersandalen auf Winterschuhe wechseln. Im Sommer ist die Erde weich und die Klauen werden etwas lockerer. Im Winter bilden sich die Klauenballen zurück (ob man mich gut versteht?))), die Klaue wird fester, damit das Rentier im Schnee und auf dem Eis sich sicher fühlen kann und nicht rutscht. Es ist ihm so auch leichter das Moos aus dem Schnee zu bekommen.

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Nun war die Zeit Rentiere zu streicheln. Wir haben für sie Brot mit Salz vorbereitet – das naschen sie mit Vergnügen. Die ganze Herde war im Wald. Der Schnee war unfest und man trieb die Tiere in die sichere Stelle. Wir beschäftigten uns nur mit diesen vier tapferen Schlittentieren.

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Und natürlich Fotos! Ich habe hunderte davon gemacht.

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Rentiere waren sehr geduldige Modelle. Hier sind einige besonders schöne Fotos. Man sieht, dass Riemenzeug der Tiere verziert ist. Alles macht man aus Leder und Knochen der Rentiere.

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Wir haben ziemlich viel Zeit in der frischen Luft verbracht und danach gab es im Tschum noch einen kleinen Workshop. Wir bastelten eine nenzische Puppe aus Leder und Rentierfell.

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Zum Schluss machten wir ein gemeinsames Foto und fuhren glücklich nach Hause.

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