Landeskundliches

Die Republik Komi

Die Republik Komi liegt im Nordosten des europäischen Teils Russlands. Ihre Gesamtfläche beträgt 416.000km2, ihre Bevölkerung zählt über eine Million Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist trotzdem dünn – 2,8 Menschen pro km2, obwohl das Territorium der Republik so groß ist, dass darauf mehrere europäische Staaten Platz finden können.

Im Nordwesten grenzt sie an das Gebiet Archangelsk, im Süden – an die Gebiete Kirow, Swerdlowsk und die Permer Region und im Osten ist sie durch den Bergrücken des Nördlichen Ural vom autonomen Bezirk der Chanten und Mansen und der Jamal-Nenzen begrenzt. Im Norden wird die Republik Komi durch den autonomen Bezirk der Nenzen vom Eismeer getrennt.

Der größte Teil des Gebietes ist Tiefland, das von zahlreichen Flüssen mit teilweise versumpften Auen durchquert wird. Das Gebiet durchfließen mehr als 40 Flüsse. Die meisten Ströme der Republik Komi münden ins Weiße Meer und in die Barentssee. Die Republik Komi durchfließen die Petschora, die Wytschegda, die Syssola, die Mesen‘ und die Lusa.

Die Wytschegda und die Lusa verlassen die Republik im Süden und münden als Nebenflüsse in die Norddwina, die ins Weiße Meer ihr Gewässer treibt. Die Petschora (1809km) ist der größte und der längste Fluss der Republik Komi. Der mächtige Strom nimmt im Ural seinen Lauf, durchzieht das Territorium der Petschora-Tiefebene im Norden und mündet in die Barentssee. Er hat auch viele Nebenflüsse: Ussa, Ilytsch und Ishma.

Die meisten Seen liegen in der Tundra und im Ural und sind klein. Die größten Seen sind der Jamsee und der Sindorsee. Die Republik Komi hat die größten Sumpfgebiete Europas, darunter der Sumpf Ozean und der Ussinsker Sumpf.

Die Republik Komi liegt in einem der malerischsten Winkel Europas, wo die Natur in ihrer ursprünglichen Schönheit erhalten ist. Die Landschaften variieren von flach bis hügelig. Besonders faszinierend sehen die rätselhaften Felsgestalten von Man‘-Pupu-Njor aus. Inmitten des Gebiets erstreckt sich die hundert kilometerweite Timangebirgskette. Auch das Uralgebirge verleiht der üblich flachen Landschaft ein besonderes Gepräge. Die Gipfel des uralten Ural sind mit Schnee und stellenweise mit Eis bedeckt, die im Frühling beim Tauen stürmische Flüsse verursachen. So zieht es viele Touristen, Paddelsportler, Wanderer und Naturliebhaber immer wieder ins Uralgebirge. Wenn man mit dem Zug in der nördlichen Richtung fährt, so wird das Uralgebirge schon bei Petschora sichtbar und begleitet die Reisenden bis zu Workuta. Die verschneiten Spitzen, darunter auch der höchste Berg Narodnaja – 1895m, bilden einen schönen Kontrast zu dem saftigen Farbenspiel der sommerlichen und herbstlichen Tundra. Nicht umsonst nennen die Touristen den grauhaarigen Ural „die Alpen von Petschora“.

Die Republik ist reich an „grünem Gold“. 80% der gesamten Fläche sind von Wäldern bedeckt. Hier herrscht unendliche und unüberschaubare Taiga, die nicht nur Holz, sondern auch Rauchwaren, Wildfleisch, Pilze und Nüsse liefert.

Das Klima ist kontinental und wird vom Nordpolarmeer und seinen kalten Luftströmungen beeinflusst. Aber da das Territorium der Republik groß ist, ist ihr Klima wechselhaft. Im Norden ist stets der eisige Hauch des Nördlichen Eismeers zu spüren und es toben Schneestürme, in den mittleren Teilen der Republik schmilzt bereits der Schnee und im Süden herrscht ein richtiger Sommer. Die mittlere Januartemperatur beträgt 18 Grad minus, Julitemperatur – 14-15 Grad plus, Jahresniederschlagsmenge beträgt 500mm.

Die geografischen und klimatischen Gegebenheiten fordern eine erwerbsmäßige Anpassung. Noch heute leben viele Menschen im hohen Norden der Republik von Rentierzucht. In den eisigen Wüsten des Nordens ziehen die Nomaden den Großteil des Jahres mit ihren Rentierherden von Weideplatz zu Weideplatz und führen das Nomadenleben: halten sich in Tschums in der baumlosen Tundra auf. Und dann treiben sie ihre Herden bis zu dem nördlichsten Punkt ihrer Wanderroute: der Barentssee und der Karasee. Anfang August kehren sie wieder um Richtung Süden, um bald das wichtigste Fest des Jahres zu veranstalten – das Fest der Rentuerzüchter.

Die Republik Komi ist für ihre unermesslichen Bodenschätze bekannt. In ihrem Schoß birgt sie alle Elemente des Mendelejewschen Periodensystems. Die größten Vorkommen in Russland gibt es an Steinkohle, Eisenerz, Stein- und Kalisalzen, Bauxit und Baryt- und Titanerz. Weit über die Grenzen der Republik Komi hinaus sind die größten Lagerstätten bekannt: das Petschorskij Kohlenbecken und das Timan-Petschorskaja Erdöl und Gas führende Gebiet. Wie eine riesige Schatzkammer beherbergt das Uralgebirge Uralhalbedelsteine und Gold.

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