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Sawalinka – wo auch die Seele singt

Foto: Das Sawalinka-Denkmal

Was ist eine Sawalinka? Ursprünglich war es eine Art der Anschüttung aus Erde, die die Außenwände des Bauernhauses umlaufend gemacht wurde. Sie sollte die unteren Teile der Blockwände vor  Frost und Feuchtigkeit schützen.

Die Sawalinka wird auch aus Brettern gemacht. In einem Abstand von 30-50cm von der Hauswand wird ein Gestell errichtet, dass beplankt wird. Den leeren Raum füllt man dabei mit Span, Heu, Schlake oder Erde. Danach wird die Oberfläche des Gestells mit Brettern so belegt, dass es auch eine bequeme Bank für die Hausbewohner entsteht. Früher setzten sich die Menschen auf die Sawalinka, besprachen ihre Neuigkeiten, die Ernte, das Wetter, erholten sich von der Arbeit und sangen Lieder. Es wurde lebhaft  geschwatzt.

Wenn ich im Dorf bin, mag ich sehr mich auf die Sawalinka setzen, Kräutertee trinken und die schöne Aussicht auf den ruhig fließenden Fluss genießen. Eine richtige Entspannung für die Seele.

Für die meisten Menschen in Russland ist die Sawalinka das Symbol  der ausgiebigen Feierlichkeiten (auf einem Volksfest), wo viel Tanzen und Singen angesagt werden.

“Sawalinka” heißt das Festival der russischen Volksmusik, dass jedes Jahr  in Wylgort, dem Rayonzentrum von Syktywdin,  stattfindet. Am Festival nehmen Sängergruppen aus dem russischen europäischen Norden teil, auch die finno-ugrischen Völker sind willkommen.

In diesem Jahr hatte die Sawalinka ihr 10.Jubiläum gefeiert. Der zentrale Platz von Wylgort wurde für einen Abend zum Schauplatz der russischen Kultur und Liederkunst.

Ich möchte meinen Lesern die Bilder zeigen, wo die breite russische Seele, die bunten Farben der Nationaltrachten und die stimmungsvolle Atmosphäre des Festes am deutlichsten zum Ausdruck kommen.

Foto: Die Gastgeber haben den Teilnehmern Filzschuhe (Walenki) geschenkt. In Wylgort gibt es eine Fabrik, wo die Walenki in verschiedenen Variationen gewalkt werden.

Foto: Diese Sängergruppe hat mir besonders gefallen. Sie haben phantastische Trachten!

Foto: Alle haben getanzt und Reigen geführt. Es war schwer, auf der Bank sitzen zu bleiben.

Foto: Stimmungsvolle Tänze haben den Zuschauern besonders viel Spaβ gemacht.

Die verschiedensten Nationaltrachten wurden liebevoll und auch stolz getragen und gezeigt.

Foto: In der Mitte – die nationale Frauentracht der Tschuwaschen, rechts – der Wepsen. Beide zählen sich zu den finno-ugrischen Völkern. Sie sahen besonders exotisch und auffallend auf der Veranstaltung aus und zogen auf sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer und Fotografen (auch meine).