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Lusa dorsa gash: die Nikolskaja Messe (Fortsetzung)

Weidenruteflechten.

Das ist eine Handwerkkunst, deren Erzeugnisse immer gefragt sind. Hoch geschätzt wird sowohl ihre einfache und naive Schönheit als auch ihre Anwendung im Haushalt. Jede Hausfrau will ein geflochtenes Körbchen im Haushalt haben. Man nimmt es in den Wald mit, um Pilze und Beeren zu sammeln, oder bewahrt dort die übliche Ernte auf, z.B. Äpfel.

Kommentar zum Foto: Wenn ich mich nicht irre, so wird im Korb von links Kohl getragen.

Auf der Messe wurden aber die richtigen Kunstwerke ausgestellt.

Diese Schlitten wurden gekauft. Das habe ich gesehen. Solche Ethno-Schlitten würde ich auch gerne haben.

Kommentar zum Foto: Die Eule sieht toll aus.

Kommentar zum Foto: Für meinen Kleinsten hätte ich gern einen Wagen gekauft, habe aber eine Libelle gewählt.

Nicht weit von dem Stand saβ der Meister und zeigte seine Kunst.

Weberei.

Die Meisterin Galina Smoleva hat die Prilusje in der ganzen Republik durch ihre Webekunst bekannt gemacht. Diese Frau pflegt die alten Traditionen der Weberei und webt nur mit den alten hölzernen Maschinen. Auf der Messe hat sie ihre Arbeit in allein Einzelheiten gezeigt.

Neben Galina Smoleva saβ noch eine Frau und webte farbenreiche Gürtel. Eine prachtvolle Auswahl.

Welchen würden Sie kaufen? Viele von diesen haben nationale geometrische Ornamente und gehören zu der Nationaltracht der Komi. Alle konnten die Frau bei der Arbeit beobachten.

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Lusa dorsa gash: Die Nikolskaja Messe

Sarni kias der Prilusje

Über einen geschickten Handwerker sagen die Komi – Sarni kias, was so gut wie goldene Hände bedeutet. Die Prilusje ist reich an geschickten Händen. Das hat die Nikolskaja Messe gezeigt – Verkaufsausstellung der Handwerkkunsterzeugnisse. Aber es wurde nicht nur verkauft und gekauft sondern auch erklärt, gezeigt und in kleinen Workshops selbst gemacht.

Die Palette der Handwerkkunst, Variabilität der Erzeugnisse und Phantasie der Handwerker sind beeindruckend.

Birkenrinde-, Weidenrute- und Bastflechten, Weberei, Holzschnitzerei und handgemachte Puppen in der Volkstracht, Kräuterpuppen und Puppen-Amulette, die vor Gefahren und Krankheiten schützen, sind nur einige wenige Künste, die von den Meistern vollkommen beherrscht sind.

Birkenrindeflechten. Erzeugnisse aus Birkenrinde haben fast immer eine praktische Anwendung im Haushalt, sind deshalb besonders beliebt und werden am meisten gekauft. Brotteller, Salzdosen, Schatullen geben jeder Zimmereinrichtung eine besondere nationale Note und machen die eigenen vier Wände viel gemütlicher.

Kommentar zum Foto. Das Mädchen hält den Pester’ – einen Korb aus Birkenrinde, der auf dem Rücken getragen wird. Von alters her wurde der Pester’ im Haushalt benutzt. Da er ziemlich leicht ist, nimmt man ihn in den Wald, um die Jagdbeute zu tragen. Pilze und Beeren, Fische kommen auch dorthin.

Kommentar zum Foto. Ein Mann hat für seine Tochter Kopfschmuck aus Birkenrinde gekauft und probiert ihn aus Scherz selbst. Solcher Kopfschmuck wurde gewöhnlich von den Mädchen getragen. Heutzutage wird er nur als Bestandteil der Volkstracht betrachtet, die auf Festen angesagt ist.

Kräuterpuppen

Kräuterpuppen gab es auch in Fülle. Üppige Formen sind als Behälter für verschiedene duftende Heilkräuter gedacht, mit welchen die Puppen voll gestopft werden. Man knetet sie für kurze Zeit in den Händen und der Duft verbreitet sich im Zimmer.

Ich habe auch eine Puppe gekauft und mit Zitronenminze und Melisse gefüllt. Ihr Aroma wirkt auf mich etwa beruhigend.

Kommentar zum Foto. Diese Puppen haben auf mich einen besonderen Eindruck gemacht. Leider waren sie nicht zu verkaufen.

Puppen-Obereg (Amulett). Eigentlich könnte man den Begriff Puppen-Obereg auf Deutsch als Puppen-Amulett interpretieren. Die Bedeutung des Wortes Amulett geht auf die Funktion, Unheil vom Menschen abzuwenden. Oft haben Amulette die Form eines Anhängers.

Das russische Wort Obereg kommt vom Beschützen, Helfen. Nach den abergläubischen Vorstellungen soll der Obereg seinen Besitzer vor Krankheiten und anderem Unheil beschützen. Dabei handelt es sich um keinen Anhänger, sondern eine kleine Figur (oder auch einen kleinen Gegenstand). Oft wird sie von den fremden Augen versteckt, wenn es um etwas ganz Persönliches geht. Jedoch haben einige davon den bestimmten Platz im Haus, wie z.B. der Hufeisen über der Türschwelle, oder der Glücksvogel aus Reißspan, welcher zu Hause irgendwo neben der Lichtquelle aufgehängt wird.

Kommentar zum Foto. Auf dem Foto ist ein sechsarmiges Puppen-Amulett dargestellt. Es heißt Sarni kias (aus komi: Flinkhand, geschickte Hände), und muss die Hände der Frau vor Müdigkeit und Verletzungen beschützen, die Frauenarbeit verschönern und die häuslichen Pflichten zu einem Vergnügen machen.

Kommentar zum Foto. Dieses Amulett heißt Neraslutschniki (Unzertrennliche) und ist aus Bast gemacht. Es symbolisiert eine glückliche Ehe und wird deshalb einem Ehepaar geschenkt.

Es ist interessant, dass es in Afrika eine Papageiart gibt, die auch so genannt wird. Diese Vögel erweisen eine sehr starke Paarbindung, die ein Leben lang dauert.

Kommentar zum Foto. Sarni An’ (goldenes Weib) – eine der zentralen Figur der Mythologie des Volkes Komi, Symbol der Fruchtbarkeit.

Fortsetzung folgt…

Lusa dorsa gash: Geschichte und Gegenwart

Heute beginne ich eine Folge der Artikel über das Fest der Volkskunst „Lusa dorsa gash“. Da es viel zu berichten gibt, habe ich beschlossen, eine ganze Kategorie diesem Ereignis zu widmen.

Also los!

Zum 22.Mal wird an der Lusa ein heiteres Fest gefeiert. Die Lusa ist ein Fluss, der in die Norddwina mündet und dem südlichsten Rayon der Republik den Namen gibt. Das Fest heißt „Lusa dorsa gash“ (Луза дорса гаж). Gash bedeutet so gut wie Fröhlichkeit, Heiterkeit, Ausgelassenheit. So kann man den Namen des Festes als „Fröhlich feiern an der Lusa“ interpretieren. Das ist ein Volksfest und eine relativ neue Tradition in der Prilusje. Die Veranstalter des Festes – Komponisten, Schriftsteller, Dichter, Künstler und Handwerker von der Prilusje (V.Napalkow, P.Schutschalin, K.Serditow, S.Tschurkin) – betrachteten als Hauptziel das Wiederaufleben der Volkskunst, Sitten und Bräuche und des traditionellen Handwerks der Region.

Das erste Fest wurde am 3.Juni 1989 im Rayonzentrum Objatschewo gefeiert. Seit 2000 wird das Fest in verschiedenen dörflichen Siedlungen des Rayons gefeiert. 2012 wurde es wieder in Objatschewo veranstaltet, groß angelegt.

Die wichtigsten Attraktionen des Festes waren:

  • „Die Nikolskaja Messe“ – Verkaufsausstellung der Handwerkkunsterzeugnisse (handwerklich bunt, super!!!);
  • die landwirtschaftliche Messe (schmackhaft und Appetit erregend);
  • thematisierte Aufführungen zu den Sitten und Bräuchen rund um die Jahreszeiten (das war super!!!);
  • das von der Bibliothek veranstaltete Literaturquiz zu den Werken der hiesigen Schriftsteller (sehr interessant und informativ);
  • Theateraufführung nach der Legende über Pera und Saran’ (die Gottheiten der Komi);
  • Konzerte mit viel Volksmusik und Diskothek.

Einige davon habe ich besucht und beschreibe meine Eindrücke in weiteren Berichten)))